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„Tolle Aktion - nicht nur für Kinder in Empfängerländern“

„Geschenk mit Herz“ bewegt Herzen und Hände in vielen Kindergärten

von Roma Domin, 26.10.2015

„Geschenk mit Herz“ ist für viele Menschen ein Höhepunkt im Jahr. Dazu gehören auch die Menschen, die Sammelstellen anmelden und Päckchen sammeln. Der Kindergarten Am Sonneneck in Kaufbeuren ist schon seit vielen Jahren bei der Weihnachtsaktion dabei. Die Leiterin, Christine Wiedemann, Kathrin Pape aus dem Elternbeirat und Barbara Schneider, die mit den Vorschulkindern arbeitet, gewährten humedica-Mitarbeiterin Roma Domin im Rahmen eines Interviews einen Einblick in ihre Erfahrungen mit den Packerln und erzählten von der Einbindung ihrer Kindergartenkinder in die Päckchenaktion.

Seit 2008 sind Sie bei „Geschenk mit Herz“ dabei. Warum machen Sie bei dieser Aktion mit?

Christine Wiedemann: Für uns ist es wichtig, eine lokale Organisation zu unterstützen. Schon früher hat unser Kindergarten ein Hilfsprojekt für Kinder einer Kaufbeurer Familie in Ecuador unterstützt. Dann sind wir über einen Informationsbrief auf humedica aufmerksam geworden. Es gibt so viele Hilfsorganisationen, aber uns war es wichtig, eine Organisation aus der Region zu unterstützen. Außerdem ist es uns wichtig ganz gezielt Projekte zu unterstützen, anstatt überall ein bisschen dabei zu sein. Die Eltern der Kinder waren alle sofort dafür, bei „Geschenk mit Herz“ mitzumachen. Das ist auch von Anfang an super gelaufen. Auch der Elternbeirat hat das Projekt mitgetragen. Und es ist toll, dass wir auch für unsere Kinder hier im Kindergarten einen Lerneffekt haben. Der Gedanke des Teilens ist ja ein wichtiger Bestandteil der Aktion.

Bei uns läuft „Geschenk mit Herz“ auf zwei Schienen. Einerseits können die Eltern die fertig gepackten Päckchen bei uns abgeben. Zum anderen haben wir Listen aufgehängt, aufgeteilt nach den drei Altersgruppen und nach Geschlecht, für die Päckchen gepackt werden. In diese Listen können sich die Eltern zum Beispiel für Stifte oder Anspitzer eintragen. Das ist für Eltern, die eventuell nicht die finanziellen Möglichkeit haben, ein ganzes Päckchen zu packen und trotzdem mit ihren Kindern an der Aktion teilhaben möchten. So kommen immer viele Päckchen zusammen.

Eine tolle Idee!

Christine Wiedemann: Ja, diese Idee habe ich einer Kindergartenmutter zu verdanken! Sie ist mittlerweile nicht mehr hier, aber die Listen, die haben wir beibehalten.

Können Sie sagen wie viele Päckchen über die Listen zusammenkommen und wie viele fertig gepackt abgegeben werden?

Christine Wiedemann: Ungefähr dreiviertel der Päckchen kommen über die Listen zusammen. Insgesamt waren es letztes Jahr etwa 100 Päckchen, die wir über die Listen gepackt haben.

Erklären sie den Kindern auch genau wo die Päckchen hingehen?

Christine Wiedemann: Ja, das machen wir. Wir haben bei uns auch Kinder mit Migrationshintergrund. Einige Eltern kommen aus Bosnien, aus Rumänien und anderen Ländern in Osteuropa. Deshalb haben die Kinder einen direkten Bezug und reden auch darüber. Wir erklären ihnen dann, dass die Päckchen zum Beispiel an Kinder gehen, die sonst keine Geschenke bekommen, weil die Eltern zu arm sind. Entsprechend erklärt, verstehen unsere Kinder das auch. Sie identifizieren sich sehr mit ihren Altersgenossen in den Empfängerländern. Jedes Kind weiß genau, wie sehr man sich über ein Weihnachtsgeschenk freut!

Kathrin Pape: Ich habe meiner vierjährigen Tochter erklärt, dass wir damit Kindern helfen, denen es nicht so gut geht wie uns. Ich wollte das Päckchen erst abends in Ruhe ohne meine Tochter packen, hatte dann aber zuerst die Sorge, dass sie all die schönen Dinge vielleicht doch gerne behalten würde. Aber die Kleine hat gemerkt, dass da etwas Spannendes vor sich geht und stand plötzlich im Wohnzimmer. Sie hat dann mitgepackt und später stolz der Oma erzählt, dass sie Päckchen für Kinder gepackt hat, denen es nicht so gut geht wie uns. Das sind dann Momente in denen man merkt, dass „Geschenk mit Herz“ nicht nur für die Kinder in den Empfängerländern toll ist. Der Gedanke des Teilens wird in den Vordergrund gerückt und das ist ganz wichtig, gerade in einem so frühen Alter.

Und Sie, Frau Pape, verpacken auch die Päckchen, die über die bereits erwähnten Listen zusammenkommen. Eine Menge Arbeit, oder?

Kathrin Pape: Ja, das sind viele Päckchen. Aber ich liebe diese Zeit und bin dann auch immer schon in Weihnachtsstimmung. Ich hole die von den Eltern abgegebenen Sachen hier ab, ganze Waschkörbe voll. Dann mache ich es mir Zuhause gemütlich und packe Päckchen! Ich koche Kinderpunsch und mein Mann hilft mir auch. Ich finde das wirklich schön. Dieses Jahr werden mir auch noch einige andere Mütter helfen und wir machen uns da einen richtig tollen weihnachtlichen Event daraus.

Am Ende der Aktion erhalten die Sammelstellen ja ein Bild der beschenkten Kinder. Wie reagieren sie darauf?

Christine Wiedemann: Ja, die kommen immer gut an. Wir zeigen den Kindern die Bilder und die können das auch mit den Päckchen in Verbindung bringen.

Und wie erklären sie den Kindern das Päckchen packen und sammeln hier im Kindergarten?

Barbara Schneider: Kommen sie mit raus, wir zeigen es ihnen!

Wir gehen in den großen Garten des Kindergartens, wo sich an einem Tisch schon einige Kinder versammelt haben. Barbara Schneider stellt ein weihnachtlich verpacktes Päckchen auf den Tisch. Sofort sind die Kinder neugierig und es ertönen staunende „Ooohs“ und „Aaahs“.

Barbara Schneider: Bei diesem Geschenk hat sich jemand große Mühe beim Einpacken gegeben. Die Kinder die die Päckchen später bekommen sind auch bestimmt ganz neugierig was da wohl drin ist. Na dann machen wir´s mal auf.

Die Kinderaugen strahlen, als unter großer Anteilnahme und begeisterten Zwischenrufen nacheinander viele kleine Geschenke wie eine Teddy, glitzernde Haarspangen oder dicke selbstgestrickte Socken aus dem Päckchen wandern. Die leuchtenden Augen der Buben und Mädchen zeigen eines ganz deutlich: „Geschenk mit Herz“ bereitet nicht nur den beschenkten Kindern in Not eine Freude, sondern sorgt auch bei den Päckchenpackern selbst für gute Laune und gelebter Nächstenliebe.

Wir bedanken uns herzlich beim Kindergarten Am Sonneneck für das große Engagement und den spannenden Einblick!

Gemeinsames Engagement für „Geschenk mit Herz": Der Kindergarten Am Sonneneck aus Kaufbeuren. Foto: humedica