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Hoffnung auf den Sieg

von Jasmin Eigemann, 06.11.2014

Der kleine Maksim umrundet von zwei Freundinnen und seinen Erzieherinnen. Foto: humedica

Bereits zum dritten Mal besucht Claudia Conrath, bekannt als Radiomoderatorin für die Bayern 3 "Frühaufdreher" und „Geschenk mit Herz“-Patin, eines der Länder, in die die Weihnachtspäckchen verschickt werden. Nach Moldawien im Jahr 2012 und Äthiopien im letzten Jahr, fliegt sie nun in die Ukraine. Mit dabei bin auch ich, Jasmin Eigemann vom „Geschenk mit Herz“-Team, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Aktion.

Die kommenden vier Tage werden wir in der Stadt Lutsk, der Hauptstadt der westukrainischen Region Volyn verbringen. Dort besuchen wir Projekte von Childrens Mission Ukraine (CMU), einer Hilfsorganisation die seit etwa 20 Jahren eng mit humedica zusammenarbeitet.

Eines der Projekte, die wir in den vier Tagen besuchten, war eine Kindertagesstätte am Rand der 200.000 Einwohnerstadt Lutsk. Auf diesen Besuch hatte ich mich besonders gefreut, da hier Maksim, der Gewinner des „Geschenk mit Herz“-Malwettbewerbs von vergangenem Jahr, in den Kindergarten geht.

In diese Kindertagesstätte können Eltern ihre Kinder für ein kleines Entgelt von einem Euro am Tag abgeben. In liebevoller Umgebung, die ihre Eltern ihnen so nicht bieten können, kümmern sich vier hingebungsvolle Kindergärtnerinnen um die Kleinen. Die Kinder malen, spielen, erhalten Unterricht, machen gemeinsam Sport und halten über Mittag Mittagsschlaf.

Eine Erleichterung für die Eltern und viel Spaß für die Kinder. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Gruppenzahl verdoppelt. Insgesamt gehen 150 in diese Tagesstätte, noch einmal so viele stehen auf der Warteliste.

Unser Besuch wurde mit großer Freude erwartet. Extra für uns hatten sich die Kinder etwas Besonderes ausgedacht und führten uns einen ukrainischen Volkstanz vor und zitierten, mit etwas Hilfe der soufflierenden Erzieherinnen, Gedichte.

Eines der Kinderbetten, die für Maksims Siegergeld von 500 Euro gekauft wurden. Foto: humedica

Die Mädchen tragen rote Röckchen und Blumengestecke in den Haaren. Die Buben haben weite weiße Hemden in rote Pumphosen gesteckt. Nur ein Junge trägt eine blaue Hose, Maksim. Er ist ein schüchterner, zurückhaltender, aber selbstbestimmter Fünfjähriger.

Sein Sieg im Malwettbewerb und die damit verbundenen 500 Euro für die Einrichtung, stachelte die andern Kinder an. Das ganze Jahr haben sie fleißig geübt, damit auch dieses Jahr wieder die Kindertagesstätte als Sieger hervorgeht. Denn die 500 Euro Sieggebühr können sie gut gebrauchen.

Voller Stolz erzählt mir die Kindergartenleiterin von den zehn Kinderbetten, die sie für das Preisgeld gekauft haben. Die Betten sind mit einem rausziehbaren Bettkasten so gearbeitet, dass zwei Kinder gleichzeitig in einem Bett schlafen können. Dies ist durch die wachsende Zahl der Kinder nötig geworden, damit auch jedes der Kinder Mittagschlaf halten kann.

Maksim scheint das wenig zu interessieren. Auf eine Frage von mir, ob ich denn ein Foto von ihm machen dürfte, verneint er selbstbewusst. Nach dem nächsten Wettbewerb hat er wieder seine Ruhe. Und somit mache ich mich mit einer ersten Ladung von circa 300 Bildern und Gebasteltem bepackt auf den Weg. Mein Koffer war beim Rückflug beinahe schwerer als hin.