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Ein Teil unseres Herzens

Vier Tage in der Ukraine

von Jasmin Eigemann, 30.10.2014

Die Stadt Lutsk liegt ganz im Westen der Ukraine in der Region Volyn. Foto: wikipedia

Bereits zum dritten Mal besucht Claudia Conrath, bekannt als Radiomoderatorin für die Bayern 3 "Frühaufdreher" und „Geschenk mit Herz“-Patin, eines der Länder, in die die Weihnachtspäckchen verschickt werden. Nach Moldawien im Jahr 2012 und Äthiopien im letzten Jahr, fliegt sie nun in die Ukraine. Mit dabei bin auch ich, Jasmin Eigemann vom „Geschenk mit Herz“-Team, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Aktion. Die kommenden vier Tage werden wir in der Stadt Lutsk, der Hauptstadt der westukrainischen Region Volyn verbringen. Dort besuchen wir Projekte von Childrens Mission Ukraine (CMU), einer Hilfsorganisation die seit etwa 20 Jahren eng mit humedica zusammenarbeitet.

Unsere Ankunft fällt leider buchstäblich ins Wasser: Anstelle des versprochenen Sonnenscheins begrüßen uns null Grad Celsius und Schneeregen in Lemberg.

Auch die auf drei Stunden geplante Fahrt vom Flughafen nach Lutsk dauert aufgrund der Straßenlage fünf Stunden. Ukrainische Autobahnen sind vergleichbar mit deutschen Landstraßen, aber im Gegensatz zu den restlichen Straßen, die wir erlebten, schlaglochfrei.

So hatten wir genügend Zeit uns die neue Umgebung anzuschauen. Besonders deutlich merkt man, dass die Ukraine im Gegensatz zu Deutschland noch ein Agrarstaat ist. Nahezu jedes Haus verfügt über ein kleines Feld, Hühner, Enten und Gänse tummeln sich auf der Straße vor dem jeweiligen Hauseingang.

Wir fahren durch eine ursprünglich wirkende Landschaft mit nur wenigen Ortschaften. Die Häuser sind meist eingeschossig, neu und alt stehen ungeordnet nebeneinander.

Am Straßenrand sitzen trotz der für uns schon kalten Null Grad viele ältere Frauen und verkaufen riesige Berge Weißkohl. Alle tragen eng gewickelte Kopftücher, um sich vor der Kälte zu schützen.

Die Leiterin von UCM Lyudmila Lonyuk, Claudia Conrath (Bayern 3 "Frühaufdreher"), Lina und ich (v. l.). Bei einem Versuch unsere "Herzen zu stehlen" bekamen wir zum Dank für die „Geschenke mit Herz“ dieses deutsch-ukrainische Freundschaftsschiff geschenkt. Kinder aus einem Krisenzentrum hatten zuvor drei Tage lang daran gebastelt. Foto: humedica

Die Begrüßung unserer Gastgeberin Lyudmila Lonyuk, die uns unsere gesamte Reise begleitet, ist überaus herzlich. „Wir möchten einen Teil eurer Herzen stehlen, damit ihr in die Ukraine zurückkehrt“, verrät sie uns.

Im Laufe unseres Aufenthalts besuchen wir drei Familien, eine Kindertagesstätte, eine Schule, das einzige Kinderkrankenhaus der Region Volyn, ein Krisenzentrum und eine Unterkunft für Straßenkinder.

Der Stolz unserer Gastgeber gebietet es, sich von der besten Seite zu zeigen. Deshalb kleiden und frisieren sich Eltern, Kinder und Leiter der Einrichtungen sehr gut, wie zu einem Feiertag. Positive Errungenschaften werden in den Mittelpunkt gestellt, trotzdem werden Leid und Armut immer wieder sichtbar. Besonders im Kontext der aktuellen Krise im Land.

Ein großes daraus resultierendes Problem sind steigende Preise, sowohl der Lebensmittel, als auch von Kleidung, insbesondere Gas ist knapp. Dieser Mangel geht soweit, dass es in ukrainischen Haushalten nur noch am Wochenende warmes Wasser gibt. Unter der Woche muss kalt geduscht werden und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Außerdem wurde dieses Jahr zum ersten Mal von der Regierung bestimmt, dass erst ab dem 1. November geheizt werden darf.

In den vier Tagen trafen wir Kinder mit unterschiedlichen Lebenshintergründen, hören ihre Geschichten und lernen einen winzigen Teil ihres Lebens kennen. Drei Geschichten möchte ich folgend erzählen.