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Pfarrei im rumänischen Baicu wird langjähriger Wunsch erfüllt

von Andrea Trautmann, Ruth Bücker, 15.07.2013

Nachdem Andrea Trautmann bei der Geschenkübergabe in dem Kindergarten Jósika Miklós in Turda anwesend war und gemeinsam mit den kleinen Mädchen und Jungen die gewonnenen Spielsachen ausprobierte, führte sie ihre Reise weiter nach Baicu. In der dortigen Pfarrei hoffen die Helfer bereits seit Jahren auf einen bestimmten Gegenstand, der nun zur Realität wurde.

„Nach dem Mittag fahren wir weiter nach Baicu, wo einer katholischen Pfarrei der zweite Teil des Preisgeldes zu Gute kommen soll, beziehungsweise durch die Anschaffung eines bestimmten Geräts bereits zu Gute gekommen ist.

Baicu ist ein kleiner Ort, der direkt an Cluj Napoca – der viertgrößten Stadt Rumäniens – grenzt. Es wirkt wie ein idyllisches Fleckchen Erde und das Pfarrhaus liegt mitten drin. Gemeinsam mit einer weiteren Pfarrei werden 140 Kinder betreut, umsorgt und auf ihrem Weg in eine perspektivenreiche Zukunft begleitet. In Baicu selbst sind es 40 Mädchen und Jungen.

Einige der Kinder sind bei unserer Ankunft bereits da und erwarten uns. Sie spielen in dem angrenzenden Garten, in dem eine Rutsche und eine Schaukel stehen. Pfarrer Kovács Àrpád berichtet, dass sie diese Geräte im vergangenen Herbst von einer anderen Hilfsorganisation gespendet bekommen haben und im Frühjahr endlich aufbauen konnten. Die Kinder haben sichtlich Spaß. Es sind Roma, ungarisch- und rumänischstämmige Kinder, die hier betreut und umsorgt werden.

Carmen Brassai, eine ehrenamtliche Helferin, die selbst zwei fast erwachsene Kinder hat, betreut die Mädchen und Jungen aus der Pfarrei Baicu und Umgebung. Die Kinder mögen Carmen offensichtlich sehr. Das Miteinander ist respektvoll und sehr, sehr herzlich. Auch der Pfarrer ist den Kindern sehr zugetan. Später erfahre ich im Gespräch, dass er sogar einmal im Jahr mit etwa 25 Kindern ein fünftägiges Ferienlager veranstaltet.

Die meisten der Pfarreiräume sind für die Arbeit mit den Kindern angedacht und Pfarrer Kovács Àrpád renoviert gerade. In einem Teil des Gebäudes wird darüber hinaus eine Zahnärztin ihre kleine Praxis eröffnen. Bisher gab es in Baicu keine zahnmedizinische Versorgung – entweder waren die Räumlichkeiten nicht geeignet oder die Miete zu hoch.

Als der Pfarrer dies hörte, bot er der Medizinerin den Platz in seiner Pfarrei an. Die dadurch gewonnenen Mieteinnahmen werden wiederum in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen gesteckt. Neben der sozialen Integration, Aktivitäten zur Förderung der Feinmotorik, allgemeiner Freizeitgestaltung, um eine Alternative zum Nichtstun aufzuweisen und dem Ferienlager soll zukünftig auch eine Kochschule zur sozial-gesellschaftlichen Förderung durchgeführt werden.

Pfarrer Kovács Àrpád erzählt bereits kurz nach meiner Ankunft in der Pfarrei, dass sie nunmehr seit zwei Jahren gehofft, gebetet und darauf gewartet haben, sich irgendwann einen Herd zulegen zu können, um eben jene Kochschule in Angriff nehmen und die betreuten Kinder und Jugendlichen mit Mahlzeiten versorgen zu können. Durch das Preisgeld von humedica ist dies nun endlich zur Realität geworden.

Wir sind sehr dankbar für dieses großartige Geschenk“, werden mir seine Worte übersetzt. „Ich erhoffe mir, dass wir nicht nur für die Kinder kochen und backen, sondern gemeinsam mit den älteren unter ihnen viel lernen können, so dass sie bei Bedarf ihre Großeltern und Geschwister versorgen können.

Außerdem erhoffe ich mir, dass durch das gemeinsame Kochen und Essen das Miteinander gefördert und soziales Verhalten weiter ausgeprägt wird, wodurch ich mir die soziale Sensibilisierung der nächsten Generation zu Wohle des Dorfes erhoffe.

Kurz nach meiner Abreise soll der Ofen auch bereits ausprobiert werden: geplant ist, gemeinsam Pizza zu backen. Carmen ist sich sicher, dass fast alle der 40 Kinder und Jugendlichen kommen werden und sie sucht bereits nach einer Lösung, wie sie das logistisch bewältigt. Aber sie ist zuversichtlich. Es wird auf jeden Fall klappen und eine toller Nachmittag.

Ich frage, ob die Kinder gerne in die Pfarrei kommen. Carmen sagt, die Kinder sind sogar immer schon eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn der Aktivitäten da. Viele der Kinder kommen direkt nach der Schule bereits in das Zentrum und verbringen dann den Nachmittag dort. Eine von ihnen ist Marta.

Marta ist 14 Jahre alt. Aufgrund anhaltender Streitigkeiten haben sich ihre Eltern getrennt und die Mutter hat die Familie verlassen, als Marta sechs Jahre alt war. Mit dieser Situation und den allgemeinen Umständen überfordert, bekam der Vater Alkoholprobleme. Bedingt durch seine Trinksucht ließ auch er die Familie im Stich und seit geraumer Zeit weiß niemand, wo er sich aufhält.

Marta lebt nun bei ihren Großeltern, die sich nach Kräften bemühen, Marta großzuziehen und ihr ein liebevolles Umfeld zu bieten. Das ältere Ehepaar bekommt keine Rente und muss daher umso härter arbeiten, um sich versorgen zu können. Zu den finanziellen Schwierigkeiten gesellen sich gesundheitliche Probleme: beide leiden an Bluthochdruck, haben Gelenks- und Rückenschmerzen.

Gemeinsam mit ihrer Enkeltochter leben sie in einem kleinen alten Haus. Es ist sauber, der Garten wird von ihnen gepflegt. Eigenes Gemüse und Obst wird für den Winter eingekocht. Mit viel Liebe und Fürsorge versuchen die Großeltern, Marta aus ihrer teilweisen Verschlossenheit zu locken. Die Jugendliche ist ob ihrer Erfahrungen sehr schüchtern und spricht über ihre Sorgen, Ängste und ihre Situation fast nur mit Carmen und dem Pfarrer – und das auch nur wenn sie unter sich sind. Sonst erzählt sie nicht viel und spricht sehr wenig.

Marta ist eines der Mädchen, die im Jahr 2012 eines der 150 „Geschenke mit Herz“ erhielt, die an die Pfarrei entsendet wurden. Schicksale wie ihres und die herzliche Art aller Beteiligten zeigt mir einmal mehr, wie sinnvoll die humedica-Versorgungshilfe und „Geschenke mit Herz“ sind. Alles hier ist gut angekommen.“

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