Geschenk mit Herz

"Geschenke mit Herz" bringen Freude zu Kinder in Niger

von Simone Winneg/SRI, 12.01.2009

„Sternstunden“ für 1500 Kinder im Niger: Die humedica-Koordinatorin Simone Winneg war Zeugin einer bewegenden Übergabe von Weihnachtspäckchen im westafrikanischen Niger.

Ungläubige Kindergesichter gab es bei allen Stationen dieser besonderen Reise durch Niger. Foto: humedica

„Sternstunden“ für 1500 Kinder im Niger: Für sie hat humedica ein Kit zusammenstellen können, das sie ermutigt in die Schule zu gehen: einen Schulrucksack, eine Seife (die von Helfende Hände e. V. gespendet wurde), zwei Kugelschreiber, bunte Malstifte und eine Wasserflasche.

Nach drei Stunden Fahrt erreichen wir den Ort unseres Zieles: Dolbel. Auf dem Weg zu unserer lokalen Kontaktperson Ali Mamoudou fahren wir an Schulen vorbei: Kinder und Frauen stehen vor den Türen, rennen unseren Autos entgegen, lachend, winkend, klatschend, schreiend, Freude strahlend. Sie wissen, dass wir kommen, und warten auf uns – schon seit dem Morgen.

Leider müssen wir sie noch vertrösten – zuerst nach Fantio. Und dann geht es frisch ans Werk: die erste Schule befindet sich in Fantio selbst und hat 287 Schüler, 7 Grundschulklassen. In kleinen Strohräumen werden hier die kleinen Schüler unterrichtet – meistens ohne Bänke und ohne Tische. Wie sie da schreiben lernen sollen, bleibt mir ein Rätsel, aber es fehlen die Mittel, die Schulen ordentlich auszustatten.

Koordinatorin Simone Winneg war bewegt von der Freude der Kinder. Foto: humedica

Ali Mamoudou erklärt den Kindern, was sie jetzt bekommen: in jeder Klasse öffnet er einen Schulranzen, erklärt den Kindern, dass Anassara (weiße Frau) von humedica aus Deutschland gekommen ist, um ihnen ein Geschenk zu machen: Kugelschreiber, damit sie fleißig arbeiten können, Farbstifte, damit sie malen können und eine kleine Wasserflasche, damit sie auch was trinken können.

Während er all das erklärt, hören die Schüler stillschweigend zu – Was vorher noch laut kreischend im Hof herum gerannt ist, sitzt nun artig und mit aufgerissenen Augen im Klassenraum, aufgeregt wie Kinder unter dem Weihnachtsbaum; manche klatschen in die Hände, sobald sie die Dinge sehen, die sie erhalten werden.

Ein schüchternes „Merci“ sagt jedes Kind, wenn man ihm den Schulranzen überreicht. Und dann alle zusammen: JOYEUX NOEL (Frohe Weihnachten)! Die Kinder verstehen nicht, was Weihnachten ist, und dass überhaupt Weihnachten ist. Für sie ist es wie ein Wunder, dass jemand kommt und ihnen einfach so ein Geschenk bringt. Ohne etwas von ihnen zu wollen – einfach so.

"Die Kinder bekamen Geschenke, von denen sie nicht wussten, dass es so etwas gibt." Foto: humedica

Ergreifende Momente. Neugierig öffnen die Kinder ihren Rucksack und schauen herein, riechen an der Seife, probieren die Stifte aus – Buntstifte haben die meisten Schüler hier auf den Dörfern noch nie gesehen. Sie sind zu weit weg von Zivilisation, dass sie Zugang zu solchen Sachen hätten.

Die meisten haben nicht mal Papier zum Schreiben. Und stolz stehen sie vor den Schulen und haben ihren Rucksack aufgeschnallt. Manche singen und tanzen im Kreis – ich kann es kaum glauben, wie sehr sich diese Kinder freuen, die Dankbarkeit ist überwältigend.

Schüler, Mütter, Lehrerinnen, Direktoren und Dorfvorsteher kommen zu uns, um sich zu bedanken – von ganzem Herzen und mit einer solchen Wärme, die man bei uns zu Hause wahrscheinlich nicht einmal an Weihnachten mehr spürt, weil alles so selbstverständlich ist.

Hunderte von Augen sehen auf Dich und schauen Dich schüchtern an, winkend und lachend verabschieden sie uns. Kinder rennen hinter unserem Auto hinterher und schreien "MERCI MERCI"!

Nach weiteren Stationen in Bombiatou, Deya Hondo und Haaoussanké erreichen wir Niamey wieder. Zwei lange, aber wahnsinnig glückliche Tage gehen zu Ende, mit vielen Autoproblemen, mit vielen großen schwarzen Kinderaugen, die Dinge bekommen haben, von denen sie nicht mal wussten, dass sie existieren. Helles Kinderlachen und strahlende Augen.

Die Schüler von Niger bedanken sich bei humedica, Sternstunden e. V. dem Bayerischen Rundfunk und bei allen Spendern, die ihnen das diesjährige Weihnachten unvergesslich gemacht haben. Herzliche Grüße aus Niger.

Ihre
Simone Winneg

Sind Sie am humedica-Engagement in Niger interessiert? Hier finden Sie einen aktuellen Überblick zur Arbeit in dem westafrikanischen Land.

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