1.202 Schulranzen für Kinder im Niger gepackt

von Tanja Osterried/SHU, 22.02.2012
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Im Niger betreibt humedica seit 2009 gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Hosanna Institute du Sahel (HIS) ein eigenes Krankenhaus. Als der westafrikanische Staat im Jahr 2010 von einer großen Hungersnot heimgesucht wurde, koordinierte Tanja Osterried die humedica-Hilfsmaßnahmen vor Ort.

Im Niger konnten 1.202 Schulranzen dank der Spendengelder für die Weihnachtspäckchenaktion gepackt werden. Foto: humedica/Kenneth Rönnkvist

Seit mehr als zwei Jahren ist die 44-jährige Industriekauffrau aus Renningen bei Stuttgart nun für HIS tätig. Mithilfe der verlässlichen Partnerorganisation konnte humedica bereits verschiedene Not- und Katastrophenhilfsprojekte im Niger durchführen.

Von den Spendengeldern, die für „Geschenk mit Herz“ eingegangen sind, stellten unsere Hilfskräfte im Niger 1.202 Weihnachtspäckchen zusammen. Tanja Osterried möchte Ihnen berichten, wie diese bei den Kindern angekommen sind:

„Fofo, Fuma, Merci, Danke humedica – so und noch anders konnten wir viele Kinder zu Weihnachten in verschiedenen Stammessprachen hören, als wir loszogen, um ihnen ihre Weihnachtspakete zu überreichen.

Zuvor mussten wir die Päckchen allerdings erst noch zusammenstellen. Dabei handelte es sich um Schulranzen mit sehr nützlichem Inhalt, wie zum Beispiel einer Wasserflasche, Kugelschreibern, Schulheften und Buntstiften. Bei dieser Packaktion wurden die humedica-Mitarbeiter tatkräftig von dem lokalen Partner HIS unterstützt. Uff! Nach zwei Tagen war es geschafft und 1202 Schulranzen standen für die Bescherung bereit.

Dann konnte es losgehen: Frühmorgens nahmen wir eine Fähre, um über den Niger nach Diagourou, in eine sehr ländliche Gegend, zu gelangen. Dort verließen wir die Landstraße und fuhren auf Sandpisten noch weiter in das Buschland.

Wir mussten stets einem Fremdenführer folgen, damit wir die sehr abgelegenen Schulen auch finden würden. Dies war gar nicht so einfach, denn Schulgebäude bestanden manchmal nur aus viereckigen Strohhütten. An einem Tag wollten wir acht von insgesamt 20 Schulen besuchen, zu deren Dörfern HIS schon eine Beziehung aufgebaut hatte.

humedica und HIS ist es sehr wichtig, Kinder zum Schulbesuch zu ermutigen, denn im Niger gibt es eine Analphabetenrate von 80 Prozent! Dank der vielen Spender konnten wir an einem Tag 445 Schulranzen verteilen.

In äußerst ländlichen Gegenden findet der Schulunterricht häufig in Strohhütten statt. Foto: humedica/Kenneth Rönnkvist

Ich glaube, manche der Kinder hielten an diesem Tag zum ersten Mal einen eigenen Schulranzen in der Hand. Die Kleinsten packten gleich ihre Schiefertafeln ein, während die Größeren den Inhalt überprüften: Ist überhaupt alles drin, was humedica sagte? Viele „Merci Madame“ und „Merci Monsieur“ waren zu hören und auch ein „Joyeux Noel“ – Frohe Weihnacht!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, liebe Spender – damit haben Sie den Kindern im Niger den Schulbesuch sehr erleichtert.“

Kala tonton (bis bald)

Ihre
Tanja Osterried
Hosanna Institute du Sahel, Niger/Westafrika

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