Geschenk mit Herz

Interview mit Dr. Irene Epple-Waigel

von Dr. Irene Epple-Waigel/ Alexa Ginzel, 15.10.2009
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humedica besuchte die Schirmherrin der Weihnachtspäckchen-Aktion "Geschenk mit Herz" bei sich zu Hause. Sehr persönliche Einblicke in die Weihnachtstraditon ihrer Familie gewährte Dr. Irene Epple-Waigel in folgendem Interview.

Frage: Fr. Dr. Epple-Waigel, sie haben nun bereits im dritten Jahr die Schirmherrschaft für „Geschenk mit Herz“ übernommen. Mit welchen Zielen verbinden Sie diesen Einsatz als prominente Fürsprecherin für die Aktion?
Irene Epple-Waigel: Es geht um Kinder in aller Welt, die es nicht so gut haben, wie die meisten unserer Kinder. Die an Weihnachten kein Geschenk erwarten können. Und ihnen eine kleine Freude zu bereiten, ist glaube ich, eine gute Tat.

Frage: Lassen sie solche Aspekte in ihre familiäre Weihnachtsvorbereitung einfließen, dass ihr Sohn vielleicht in diesem Bewusstsein aufwächst, lernt zu teilen?
Irene Epple-Waigel: Natürlich. Wir packen jedes Jahr selbst Päckchen und bringen sie zu unserer Sammelstelle hier in Seeg. Das macht Freude und Spaß. Wir denken an andere, auch an Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung, denen es nicht so gut geht, denen man mit einem Besuch eine Freude machen kann. Es sind oft die kleinen Gesten der Zuwendung, die schon viel bewirken können.

Frage: Denken sie, dass es leichter ist, durch eine derartige Aktion die Leute zum Helfen zu motivieren?
Irene Epple-Waigel: Die Aktion „Geschenk mit Herz“ ist eine Möglichkeit, mit wenig Aufwand große Freude zu bereiten. Ich glaub, dass spüren die Menschen. Das erklärt den Erfolg dieser wunderschönen Aktion. Wenn man bedenkt am Anfang waren es wenige hundert Päckchen und jetzt sind wir bei über 40.000. Ich wünsche mir natürlich, dass die Zahl noch steigt.

Frage: Ist diese Steigerung ein Spiegel der Hilfsbereitschaft?
Irene Epple-Waigel: So viele Menschen möchten gerne helfen. Sie wissen nur oft nicht, was sie ganz konkret tun können. Und wichtig ist auch der direkte persönliche Bezug, zu wissen, wohin geht meine Spende, versickert sie nicht irgendwo vielleicht in Kanälen, die nicht so ganz nachvollziehbar sind? Das schreckt manche Menschen ab. Aber hier wissen sie ganz genau, hier ist ein Päckchen und das kommt zu einem Kind und macht große Freude.

Frage: Heuer werden erstmals sozial benachteiligte Kinder aus Bayern in die Aktion eingeschlossen – besteht da aus ihrer Erfahrung Bedarf?
Irene Epple-Waigel: Die Zahl der Kinder, die in Armutssituationen leben, steigt. Da ist es tatsächlich so, dass diese Kinder hier in Bayern, direkt vor unserer Haustüre, vielleicht kein Weihnachtsgeschenk bekommen werden. Und hier greift die Aktion. Ich finde es wunderbar, dass humedica nun auch in Bayern tätig ist. Und so schließt sich der Kreis für mich wieder, um einfach auch in der Heimat wieder etwas zu tun können.

Frage: Wie bereiten sie sich persönlich in der Familie auf Weihnachten vor?
Irene Epple-Waigel: Plätzchenbacken ist ein Muss, unser Sohn besteht darauf. Das macht riesig Spaß. Wir haben zwei Wohnorte. Wichtig ist, dass an jedem Wohnort eine Krippe aufgestellt wird. Das macht auch unser Sohn mit Leidenschaft - die Krippe zu schmücken mit frischem Moos und Reisig und die Figuren aufzustellen. In Seeg steht eine kleine Krippe, die der Bruder meines Mannes, der im zweiten Weltkrieg gefallen ist, noch gebastelt hat. In Oberrohr steht eine alte Krippe der Eltern meines Mannes und in der Glasvitrine eine aus Perlmutt gefertigte Krippe aus Bethlehem, die Arafat meinem Man einmal als Geschenk überreicht hat. Diese Krippen bedeuten uns viel.

Frage: Haben sie bei all ihrer Arbeit und ihrem Engagement noch Zeit, ihrer alten Leidenschaft, dem Skifahren, nachzugehen? Oder haben sie das Talent vielleicht auch vererbt?
Irene Epple-Waigel: Mit dem Vererben weiß ich nicht so. Mein Sohn fährt gerne Ski, aber er ist nicht so ambitioniert und möchte keine Rennen fahren. Darüber bin ich auch froh. Der Sport ist nicht ganz ungefährlich. Ich habe eine Leidenschaft wiederentdeckt vor einigen Jahren: das Ski-Bergsteigen. Das ist eine wunderschöne Art, die Natur im Winter zu genießen. Im Sommer gehen wir viel Bergsteigen. Ich nehme mir die Zeit schon, sie ist wichtig als Ausgleich. Ich glaube, nur ein ausgeglichener Mensch kann auch anderen etwas geben.

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