Zwei Kaufbeurerinnen leben die Aktion „Geschenk mit Herz“ das ganze Jahr

von Alexa Ginzel, 30.10.2009
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Elfriede Pichl (66) und Marianne Weiß (68) leben das ganze Jahr für die Aktion „Geschenk mit Herz“. Die beiden engagierten Frauen aus Kaufbeuren gehören seit Beginn der Aktion im Jahr 2003 zu den aktivsten Helferinnen. Bereits kurz nach den Osterferien stehen bei den beiden Seniorinnen alle Zeichen auf Advent: Ab Ende April verwandeln sie blanke Schuhkartons in liebevoll beklebte Weihnachtspäckchen.

Darauf freuen wir uns schon immer“, so Marianne Weiß über den heiß ersehnten Startschuss für die alljährliche Geschenkaktion. „Das ist endlich eine andere Arbeit als die blöde Putzerei daheim“, fügt Elfriede Pichl schmunzelnd an.

Bei den beiden Frauen beginnt der Advent bereits kurz nach Ostern. Foto: humedica

Viel Fingerfertigkeit und immer neue Ideen verleihen den Schuhkartons ein weihnachtliches Gesicht. Mit viel Liebe zum Detail verwandelt jede von ihnen pro Jahr durchschnittlich 1000 Kartons in Weihnachtspäckchen. Die werden dann später im Jahr von humedica gefüllt und an ältere Kinder verteilt, für die erfahrungsgemäß weniger Päckchen gespendet werden.

Doch mit dem Bekleben der Päckchen ist ihr Beitrag zur „Geschenk mit Herz“-Aktion für die beiden rüstigen Damen noch lange nicht getan. Vielmehr haben sie über die Jahre auch ihren großen Bekanntenkreis mit ihrer Begeisterung für die Geschenkaktion angesteckt. Freunde, die im Urlaub waren, haben im Gespräch mit ihrem Hotelbesitzer ein ganzes Sortiment an Hotelseifen gestiftet bekommen.

Wo im Bekanntenkreis Kinderregale aussortiert werden, wandern brauchbare Spielsachen an Marianne Weiß und Elfriede Pichl, die sie später im Jahr den Päckchen beipacken. „Jeder kommt und fragt, ob wir etwas für die Aktion gebrauchen können“, versichern die beiden.

Jetzt im September, wo wir mit dem Bekleben langsam fertig werden, habe ich schon angefangen, Mützen und Schals zu stricken“, erklärt Elfriede Pichl. Im November, wenn die ersten Päckchen aus den Sammelstellen in der humedica-Zentrale in Kaufbeuren eintreffen, laufen die beiden Päckchen-Spezialistinnen erneut zu Hochform auf.

Wenn das großräumige humedica-Lager umfunktioniert ist zur weihnachtlichen Päckchen-Hochburg, stehen auch Elfriede Pichl und Marianne Weiß jeden Tag an den Sortiertischen, um sich den eingehenden Päckchen zu widmen.

Dann geht es um die inhaltliche Überprüfung der einzelnen Pakete. Die detaillierte Packanweisung im Vorfeld kann nur bedingt vorbeugen, dass sich nicht doch verbotene Güter wie Schokolade unter die gepackten Geschenke schleichen. Auf keinen Fall soll der Zoll die Einfuhr der „Geschenke mit Herz“ in die jeweiligen Bestimmungsländer verbieten.

Anderen Päckchen fehlen teilweise grundlegende Dinge wie Zahnpasta oder Duschgel. Die werden aus Spendenbeständen bei der Päckchenkontrolle hinzugefügt.

Etwas Ruhe kehrt bei den beiden fleißigen Helferinnen erst Anfang Dezember ein, wenn die Aktion zu Ende geht und die Pakete längst auf dem Weg zu Kindern in Not sind. Gut geübt können sie sich dann daran machen, auch für ihre Liebsten ein Weihnachtspäckchen zu packen.

Marianne Weiß und Elfriede Pichl (v.l.) haben ihre Freude bei der Mitarbeit für "Geschenke mit Herz". Foto: humedica

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