Geschenk mit Herz
Geschenk mit Herz

Erste Arbeitseinsätze 2008 und wertvolle Erinnerungen von Helfern

von Steffen Richter/Bertlies Zech, 24.06.2008
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Die ersten ehren- und hauptamtlichen Stunden wurden 2008 bereits in unsere gemeinsame Aktion "Geschenk mit Herz" investiert; auch wenn die Advents- und Weihnachtszeit noch scheinbar weit vor uns liegt: Vorbereitungen im Lager, Vorbereitungen in den Büros und mittendrin zwei ehrenamtliche Helfer mit ihren wertvollen Erinnerungen.

Auch 2008 werden wieder viele ehrenamtliche Helfer für einen gelungenen Ablauf sorgen. Foto: humedica

Bei einer Aktion wie "Geschenk mit Herz" liegt es in der Natur der Sache, mit vielen Menschen Kontakt zu haben: Päckchenpacker, ehrenamtliche Helfer, Vertreter von Sammelstellen überall in Bayern, Kindergärtnerinnen und Lehrer - die Zahl der aktiven Unterstützer ist groß. Immer wieder kommt es dabei zu sehr interessanten Gesprächen, die wir Ihnen, liebe Freunde, nicht vorenthalten möchten. Teammitglied Bertlies Zech erinnert sich:

„Ich bedankte mich bei einer Kindergärtnerin für Ihr Engagement als Sammelstelle. Kaum hatte ich ausgesprochen, übergoss mich diese Frau ihrerseits mit Dank und einem starken Ausdruck von Freude“, erzählt Bertlies Zech.

„Viele Menschen waren zu diesem sammelnden Kindergarten gekommen und für viele war unsere Päckchenaktion eine besondere Erinnerung.“ Etwa eine alte Dame, die nach dem Zweiten Weltkrieg selbst ein Weihnachtspäckchen aus Amerika bekommen hatte und die nun überglücklich selbst große Weihnachtsfreude verschenkte.

Deutsche Nachkriegszeit und amerikanische Hilfe: So weit weg und doch so präsent. Auch unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern in unserem Lager waren einige Menschen, für die ihr Einsatz bei „Geschenk mit Herz“ auch ein Stück Vergangenheitsbewältigung bedeutete, wie Hans*.

Er hatte erst wenige Wochen zuvor einen schweren Herzinfarkt erlitten, fuhr aber tapfer drei Wochen lang jeden Tag 50 Kilometer, um bei der Umsetzung von „Geschenk mit Herz“ zu helfen.

Viele ältere Ehrenamtliche fühlen sich durch "Geschenk mit Herz" an ihre oft nicht leichte Kindheit erinnert. Auch sie hatten Pakete geschenkt bekommen. Foto: maspi/photocase

Immer wieder fragten ihn die humedica-Mitarbeiter, ob die Arbeit nicht zu schwer sei oder ob Hans nicht lieber nur drei Mal wöchentlich helfen wolle. Irgendwann fing Hans dann an, zu erzählen; von einem kleinen Bauernhof im Allgäu, von einer großen Familie und einem harten Kampf ums Überleben, vor allem während des Krieges und danach:

„Wir hatten oft nicht genug zu essen und natürlich gab es Weihnachten keine Geschenke. Aber die Weihnachtsfeiertage in einem Jahr werde ich nie vergessen. An Heiligabend klopfte es an unserer Tür. Ein amerikanischer Soldat stand davor und hatte für jedes Kind ein kleines Weihnachtsgeschenk. Es war eine unbeschreibliche Freude.

Könnt Ihr jetzt verstehen, dass ich die Strecke nach Kaufbeuren gerne fahre? Dass ich mich riesig freue, nun selbst Kindern in Not Geschenke zu machen?“

Bertlies Zech ist noch immer bewegt, wenn sie an die beiden älteren Päckchenpacker und ihre Geschichten denkt: „Natürlich hatte ich mir schon vorher Gedanken gemacht, wie es wohl für die Kinder ist, trotz ihrer unvorstellbaren Armut einmal jährlich derartig beschenkt zu werden. Es muss aber ein besonderes Gefühl sein, das lassen unsere Erlebnisse mit Hans und der alten Dame vermuten. Ihre Freude war groß, sich nach so vielen Jahren noch revanchieren zu können.“

*Name geändert

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